my first season..

10. Juni 2013 um 2:44 am Uhr

Wie schnell die Zeit doch vergeht…nun ist es ganze 16 Wochen her seit ich den letzten (und meinen ersten) Beitrag verfasst habe! Und schon 4 Monate seit Beginn des Praktikums!
Was ich bis heute zu tun hatte und was mich noch erwartet seht ihr gleich. Was ich aber schon einmal vorweg sagen kann, ist dass ich meine erste Saison bereits hinter mir habe! Und jetzt stecke ich schon mitten in der Zwischensaison!
Hier also ein Ausschnitt eines Praktikanten-Alltags bei Sue-Vêt:

Während der Saison
Die Saison dauert ungefähr einen ganzen Monat. Zu dieser Zeit besuchen uns unsere Kunden und kaufen bzw. bestellen Kleider für die nächste Saison (in einem Jahr). Wir helfen da so gut wie möglich aus 😉 von A bis Z, was das ganze ja so spannend macht.

Unsere Arbeit fängt generell um 9.00Uhr an, was sich während der Saison aber auch mal ändern kann. Je nach Vereinbarung des Termins ist es gut eine halbe Stunde vorher da zu sein. Aber mann sollte sich davon nicht abschrecken lassen wenn man beteits um 7:30Uhr im Showroom zu stehen hat 😉
Zuerst wird alles aufgeschlossen, Licht angemacht, Musik eingeschaltet, Kaffee und andere Getränke bereit gestellt und für unsere frühen Vögel frische Gipfeli angerichtet. Auch Mittags soll man bei uns nicht hungern, Brötchen und Salate helfen da gut aus. Der Kunde ist ja bekanntlich König und soll sich ja bei uns wohl fühlen!
Dann heisst es noch schnell alles durchkontrollieren, ob die Kleider schön hängen, ob irgendwo noch etwas herumliegt oder einem sonst etwas unangenehm ins Auge springt. Dann sucht man sich noch eines der Kleidungsstücke aus und zieht es an. Wenn man etwas verkaufen will, muss man es auch vertreten können. Ausserdem ist es gut wenn man die Sachen auch mal angezogen sieht, ist halt schon ein Unterschied zum Bügel.
Ist das alles gemacht, huscht man noch schnell zu seinem kleinen privaten Arbeitsplatz, dem Computer. Dieser wird ebenfalls eingeschaltet und auf Mails gecheckt. Gibt’s Neuichkeiten? 😉
Und dann kann der Kunde auch schon kommen.
Wenn der Kunde also mal eintrudelt, wird ihm erst einmal etwas angeboten, bevor das Geschäftliche beginnt. Ein kleines Schwätzchen und schon werden die ersten Teile herausgepickt und begutachtet. Was einem gefällt und in dessen Boutique passt, kommt auf eine fahrbare Kleiderstange. Was nicht, bleibt wo’s ist. Und da man immer grosse Kollektionen hat, gibt es für jederman etwas. Danach ist nur noch die Farbe und die Stückzahl in den gewünschten Grössen zu bestimmen.
Wenn viel los ist, hilft man beim Ablesen der Etiketten, sodass die Bestellformulare schneller ausgefüllt werden können. Danach gehts an den Computer und beendet die ganze Sache.
Das Bestellformular mit zwei Durchschlägen wird gescannt (Original-Seite), schön archiviert und dem Label dann per Mail geschickt. Den einen Durchschlag erhällt der Kunde selbst und den anderen behalten wir und setzen ihn ab.
Bei gewissen Labels wird der ganze Prozess online abgeschlossen, was durchaus gewisse Vorteile aber auch Nachteile mit sich bringt. Es ist aber wichtig bei allen sehr genau zu arbeiten, da sich schnell Fehler einschleichen können!
Ist der Kunde bedient, Werden alle Sachen wieder an ihren ursprünglichen Platz gebracht und alles wird so hergerichtet, dass es wieder vorzeigbar ist. Besonders wenn dann mehrere Kunden auf einmal das Vergnügen haben, ist auf Sorgfalt wie auch auf Schnellichkeit zu achten und dennoch freundlich zu bleiben. Also dann, weiter geht’s, and next please!
Hat man man zwischendurch Zeit, oder  alle Kunden sind bereits bewältigt, sind die kleinen Aufgaben am Computer an der Reihe. Dabei geht es immer um die aktuellen Kollektionen. Preisänderungen, Ausfälle gewisser Styles, Neuzugänge, und weitere Veränderungen an den Kollektionen stehen an der Tagesordnung. Ab und an trudelt auch ein Päckchen mit defekter Ware ein. Für diese sind Dokumente zu erstellen und den Labels Bescheid zu geben. Wenn man ausreichend davon beisammen hat, kann man sie zurückschicken.
Für diese Waren erteilt das Label dann Gutschriften.

Das geht etwa den ganzen Monat so, Tag ein Tag aus, und es wird einem wirklich nie langweilig!
Was aber noch zu erwähnen ist, ist dass kurz vor dieser aufregenden Zeit all diese Kleider erst bei uns eintreffen, aus dem Karton und an den Bügel müssen! Hier ist die Freude ganz gross, wenn man die Kollektionen das erste Mal zu Gesicht bekommt. Dann geht’s nur noch ums Präsentieren, wie die einzelnen Teile also am besten zur Geltung kommen!
Ich durfte nach Eintreffen der Ambre Babzoe Kollektion ein eigenee Outfit zusammenstellen und die Ausstellungs-Puppe anziehen. Was zugegeben nicht gerade einfach war. Aber man lernt dazu. 🙂

Hier ein Bild davon:
ab outfit

Hier noch ein Beispiel wie unser Showroom inkl. meinem Arbeitsplatz während der Saison aussieht (im Panorama):showroom

Nach der Saison
Wenn also alles erledigt ist, alle Kunden durch sind, man alle Bestellungen den Labels zugeschickt hat und so gesehen fertig ist, beginnt man mit den Aufräumarbeiten.
Alle Kleider werden wieder in Kisten verpackt. Wenn Musterteile verkauft werden dürfen und auch werden, dann kommen diese natürlich nicht rein. Dem Label wird alles gemeldet, eine Proforma Invoice wird erstellt und auf das OK des Labels gewartet. Dann heisst es nur noch warten auf den PickUp.
So gern man all die Kleider um sich hat, ist man dennoch froh wenn alles wieder weg ist. Man hat dan wieder etwas mehr Raum und Platz für Neues. Man kann sich also in Ruhe auf die nächste Saison vorbereiten.
Dann geht es auch schon wieder ruhiger zu und her.
Man erledigt normale Retouren, bestellt Sachen der aktuellen Saison-Lieferungen nach, löst Probleme zwischen Boutiquen und Label, und erledigt alles andere wofür die Zeit bisher gefehlt hat.
In meinem Fall waren es zwei Bücher die ich lesen durfte.
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Um was genau es sich hierbei handelt verrate ich erst später einmal.

Ausserdem stehen Kundenbesuche an. Man besucht Boutiquen und Geschäfte in der näheren Umgebung, sieht sich den Laden an, spricht mit dem Inhaber über Brands welche gut zu ihnen passen könnten, lässt prospekte da und zieht weiter.
Manchmal besuchen wir auch einfach ganz normal bestehende Kunden, macht sich einen Überblick  und weiss dann in etwa was am besten zu ihnen passt. Das ist immer dann von Vorteil wenn es ums einkaufen geht, je besser man den Kunden beraten kann, desto besser laufen seine Geschäfte.
Sehr interessant finde ich wie anders die Brands in verschiedenen Geschäften wirken und vorallem was einzelne Teile alles ausmachen können. Kombiniert mit jeglichen anderen Labels kann es einen völlig anderen Eindruck und Style vermitteln! Das ist es was Mode ausmacht und weshalb ich sie so sehr liebe. Sie ist wandelbar und kann sich selbst immer wieder neu erfinden, und somit auch seinen Träger zu etwas noch besonderem machen.

Aber auch diese Zeit ist nicht unbegrenzt. Es folgen Zwischenkollektionen auf welche man sich wieder Vorzubereiten hat. Hier noch etwas entspannter. Im Juni dann beginnen dann bereits die Vorbereitungen für die Hauptsaison. Es werden die neuen Kleider veschickt, dessen Colorcards und Loockbooks, etc etc…
Alles fängt von vorne an. 😉

Was mich noch erwartet
Kundenbesuche sind nicht das Einzige was man in der Zwischensaison alles machen kann. Diesen und nächsten Monat stehen einige Messen an. z.B. Bread & Butter in Berlin. Oder die zwei Tage in Italien an der Präsentation von Transit.
Und und und…eine spannende Zeit wartet auf mich. Leider ist diese auch bald wieder vorbei. Nur noch bis Ende September und dann heisst es auch für mich Abschied nehmen.
Ich hoffe einfach dass auch der Sommer mitspielt und uns nicht noch weiter enttäuscht. Der „Frühling“ war ja ein echter Tiefpunkt, vorallem für die Modebranche!
Ich hoffe ich konnte meine lange Abwesenheit hiermit etwas wettmachen 😉
Auf jeden Fall habt ihr noch weitere Infos und Blogeinträge zu gut. Und natürlich Bilder!

P.S. Wer sich für dieses Praktikum interessiert soll sich ruhig bewerben, es lohnt sich auf jeden Fall. Und damit man sich von Anfang an genaustens zurecht finden kann, bin ich dabei unseren Praktikanten-Ordner bis aufs kleinste Detail zu aktualisieren. Also keine Angst falls man etwas nicht mehr wissen sollte 😉