Marktforschung oder keine Marktforschung in der Mode

27/02/2016 · Meinung, Mode Business

Hier ist ein Beispiel für diese Frage aus der Praxis. Seit 5 Jahren ist eine unserer Marken besonders erfolgreich und hat den Umsatz in Europa in den zweistelligen Millionenbereich gebracht mit mehr als 1000 Kunden (nicht Endverbraucher, sondern Retailern). In zwei Jahren wurde der Umsatz verdoppelt. Wir betreuen das Produkt von Anfang an in der Schweiz und sind auch sehr erfolgreich. Hierbei handelt es sich um eine Hosen- und Jeanskollektion. In diesem Bereich gab es schon so viele erfolgreiche, bekannte und starke Marken (Cambio, Drykorn, closed, Rossi und dann die vielen Jeansmarken). Kundenumfragen am Endkunden oder Retailern sowie Unternehmensberater hätten alle davon abgeraten ein neues Produkt zu lancieren. Jede Marktforschung hätte dies bestätigt. Niemand hat auf diese Kollektion gewartet, denn Hosen und Jeans gab es und gibt es bis zur Marktsättigung. Fakt ist, dass das Produkt sehr am Markt gefällt und sich als ausbaufähig erweist, in dem um das Kernprodukt eine koordinierte Kollektion entwickelt wird. Damit hat sich für diese Marke ein Tür geöffnet.

Dieses Beispiel zeigt wie schwierig die Prognosen sind. Das Kernelement dieses Produktes war die Passform, die besonders vorteilhaft ist. Aber auch das ist kein Alleinstellungsmerkmal. Aufgebaut wird dieses Produkt zudem noch über dem klassischen Vertriebsweg statt alleine über Onlinehandel zu gehen. Auch das widerspricht der modernen Ansicht, dass online marketing unter Umgehung des Retailers in den Vordergrund stellt.

Mark Struck
sue-vet AG

Schreibe einen Kommentar