
Haben Modedesign und Politik etwas miteinandern zu tun oder ist Modedesign sozusagen politisch unschuldig? Allgemein kann ich das nicht beantworten, aber an zwei Beispielen möchte ich etwas zu bedenken geben.
1. Michelle Obama und das rote Alexander McQueen Kleid:
Michelle Obama trug anlässlich des Besuches des Chinesischen Präsidenten ein Kleid aus der Kollektion Alexander McQueen getragen hat, welches von Sarah Burton designt wurde. Obwohl allgemein und vom Fachpublikum zugegeben wird, dass Michelle Obama in diesem Kleid sehr gut ausgesehen hat, gab es auch ziemlich Kritik. Erstaunt hat dabei, dass dieses Thema so gross diskutiert wurde, obwohl gerade andere wichtige Thema anstehen. Aber das zeigt ja immerhin, dass Mode intensiv besprochen wird und das ist ja gut so. Der Grund für die Aufregung ist, dass die amerikanische Modeindustrie enttäuscht ist, dass ausgerechnet Michelle Obama keinen Amerikanischen, sondern eine Europäischen Designer ausgewählt hat. Ganz zu besonders hat sich Diane von Fürstenberg, die den amerikanischen Modeverband CFDA leitet, darüber beschwert. Ist es Privatsache oder wirtschaftliches Interesse was darüber entscheidet, was eine Person in dieser Rolle trägt? Immerhin könnte man ja auch sagen, dass Michelle Obama damit Offenheit signalisiert.
2. Schweizer Modedesign und Designpreise in der Schweiz
Ich hatte eine Praktikantin aus dem Modedesign bei uns in der Modeagentur, die mir sagte wie deplatziert es ist, dass die Schweizer Designpreise im Bereich Mode an Ausländer gehen. Ich kann das nicht beurteilen, da ich nicht auf der Jury sitze. Aber stellen wir uns doch mal den Kontrast vor (wenn es stimmt, was sie sagte): Wir üben uns in Offenheit unter Umständen zu Ungunsten der eignen Modedesigner in der Schweiz und die Amerikaner machen genau das Gegenteil.
Die Frage bleibt bestehen und ist interessant. Haben Modedesign und Politik etwas zu tun oder nicht?
Foto: Huffington Post.

